Facettierte Filter-Navigation | Regeln & Best Pratices von Maile Ohye

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Maile Ohye liefert wertvolle Infos worauf man unbedingt achten sollte!

Diese Woche bin ich über einen guten neuen Post von Maile Ohye im Webmaster-Central-Blog gestolpert.
Maile beleuchtet sehr ausführlich das Thema „Facettierte Navigation“ (umgangssprachlich auch „Filter-Navigation“ genannt) und geht darauf ein welche Probleme der Google-Bot bei schlechter Umsetzung haben kann.
Zwei Key-Issues sind hier das Crawl-Budget und Duplicate Content.

Durch filterbare Navigationen entstehen in vielen Shopsystemen nahezu unendlich viele „unnütze“ neue URLs, die DC verursachen können und wertvolles Crawl-Budget des Google-Bots auffressen. Oben drauf macht man es dem Google Algorithmus schwer zu erkennen welche Seiten nun wirklich wichtig sind und welche nicht. (An dieser Stelle empfehle ich auch unbedingt den Artikel von Hanns Kronenberg zum Thema „Regalplatzoptimierung bei Google„, denn er beschäftigt sich mit fast der gleichen Problematik. Nämlich wie schaffe ich eine positive „Searcher Experience“ und zeige Google, dass meine Seiten „ranking-würdig“ sind? )
Mit der richtigen Umsetzung und Struktur kann man hier viele positive Ranking-Hebel umlegen.

Auch wenn ich jedem SEO nur empfehlen kann den Post zu lesen, so wird nicht jeder unbedingt die gleiche Begeisterung verspüren, denn auf beliebte Themen und Tricks wie die Maskierung von internen Links per Java Script geht sie (logischerweise) nicht wirklich groß ein. Ich persönlich halte von den Maskierungs-Tricks eh nicht all zu viel.
Und wer sich jetzt fragt warum ich nichts davon halte, dem empfehle ich unter anderem folgenden Post von Stefan Weiss, der sich ausführlich mit der Crawlbarkeit von JS-Inhalten beschäftigt hat: Stefans JS-Test

Best Practice für Filter-Navigationen

Maile geht an Hand eines fiktiven Süßigkeiten-Shops davon aus, dass alle Seiten des Shops grundsätzlich crawlbar sind. Also auch bestimmte facettierte/gefilterte Seiten wie z.B: Geschmacksrichtungen, Preis-Spannen und ähnliche  Filter-Kriterien.

Für Maile ist grundlegend wichtig,

  • daß es für jede Kategorie und jedes Produkt nur eine eindeutige URL gibt
  • daß man das Volumen und das Anwachsen der Seiten (vor allem der unnötigen Seiten)  im Zaum hält
  • daß immer sichergestellt ist, dass Google alle Inhalte (Kategorien und Produkte) crawlen kann.

Ansonsten ist bei einer facettierten Navigation dringend auf folgendes zu achten:

Achte auf die Standard-Codierung!

Worst Practice faceted Navigation
Bild: Google Webmaster Central

Wenn in der URL Parameter zum Einsatz kommen, dann sollten diese möglichst in der Standard-Codierung eingefügt werden.
Also:

  • „?“ um einen Parameter anzuhängen,
  • „&“ um weitere Parameter zu ergänzen
  • und das Prinzip „key=value“. -> (siehe Screenshot rechts)

Werte die den Inhalt nicht ändern, niemals in ein Verzeichnis packen!

Wenn es Werte gibt, die den Inhalt der Seite nicht verändern (wie z.B. Session ID´s) dann sollten diese auch nach dem Prinzip domain.de/?key=value angehängt werden und niemals als Verzeichnis wie domain.de/session-ID1234567/?key=… (hier hab ich mich gefragt ob das wirklich jemand macht?

Keine leeren Filter anbieten!

Wenn für einen bestimmten Filter keine Produkte verfügbar sind, dann sollte man auch den „Klick“ verhindern. Also entweder den Filter-Link komplett ausblenden, oder „ausgrauen“ und nicht klickbar machen.

Verfolge eine saubere Logik was in einer ULR angezeigt wird und was nicht!

Man sollte sich eher darauf konzentrieren unnötige Parameter aus den URL zu entfernen, als weitere anzuhängen. Werden z.B. Werte angehängt die mit einer User-Session zu tun haben, so rät Maile diese eher in einem Cookie zu speichern als in die URL zu packen.

  • Worst Practice: example.com/product?cat=gummy-candy&cat=lollipops&cat=gummy-candy&item=swedish-fish
  • Best Practice: example.com/product?item=swedish-fish&category=gummy-candy

Verbessere die Search Experience durch einen klaren URL-Aufbau!

Hinsichtlich der Darstellung einer URL in Suchergebnis-Seiten sollte man stets für den Suchenenden wertvolle Parameter zuerst ausliefern und irrelevante Parameter eher ans Ende der URL packen.

  • Worst Practice: example.com/category?session-id=123&tracking-id=456&category=gummy-candies&taste=sour&in favor
  • Best Practice: example.com/category.php?category=gummy-candies&taste=sour&session-id=123&tracking-id=456

Nutze die Parameter-Verwaltung in den Webmaster-Tools!

Wer sich gut auskennt mit den Parametern und ihrer Wirkungsweise auf seiner Seite auskennt, dem empfiehlt Maile sich damit auseinander zu setzen. Sie merkt an stets darauf zu achten, dass am Ende immer ein eindeutiger Klickpfad zu jeder indivuellen Kategorie bzw. jedem Produkt bestehen bleibt.
In der Webmaster-Tools kann man pro Parameter angeben welchen Effekt dieser auf den Inhalt der Seite hat und wie der Google-Bot damit verfahren soll. Eine gute Erklärung dazu findet Ihr hier in der Google-Hilfe.

Beachte beim Einsatz von JavaScript folgendes!

Wer JavaScript dazu nutzt Inhalte dynamisch zu filter, zu sortieren oder Inhalte einzublenden ohne dabei die URL zu verändern, sollte trotzdem dafür Sorgen, dass es für jede (für den User wertvolle) Kategorie oder jedes Produkt trotzdem noch eine eigene URL gibt über die der Inhalt selektiv erreicht werden kann.
Auf die Spitze getrieben: Wenn Du nur deine Startseite (also nur eine einzige URL) anbietest und diese mit allen erdecklichen Filtern versiehst, um direkt auf diese Seite an alle Inhalte zu gelangen, dann bekommt der Google Bot ein Problem und auch Du, weil es keine spezifisch relevanten Unterseiten gibt, die bei entsprechenden Suchanfragen ausgeliefert werden könnten.
Eine Seite auf welcher der User erstmal 37 Filter betätigen muss fördert die Searcher Experience sicherlich nicht!
Genauso sollte man bei zu vielen JS-Filterungen stets die Performance im Blick haben. Die Page-Speed kann darunter ordentlich leiden!

Nutze das Canonical-Tag!

Mit Hilfe des Canonical-Tags (rel=”canonical”) könnt Ihr Google bei der Indexierung von wichtigen Seiten helfen. Verweist einfach von „minderwertigen“ Duplikats-Seiten per canonical auf die präferierte Version / bevorzugte URL für die Indexierung. Dann kann Google die minderwertigen Seiten von der Prirorität herabstufen (z.B. weniger Crawl-Time zuweisen) und weiß, dass Ihr den Index nicht vollspammen wollt.

Verbessere die Indexierung von paginierten Seiten!

Wenn auf Euren Seiten Paginierungen zum Einsatz kommen, dann ist es wichtig dem (dummen) Google-Bot zu zeigen, dass es sich bei den Variaten „page=2, page=3 usw.“ nicht um Duplikate der ersten Seite handelt, sondern dass diese Seiten zu ihr gehören. Also eine Forführung sind.
Maile nennt folgende beiden Möglichkeiten:

  • Erstellt eine „View-All“-Page (z.B. exmample.com/?category=gummy-candies&page=all) auf der alle Artikel einer Kategorie gelistet sind und verweist von allen Unterseiten einer paginierten Kategorie per canonical-tag auf diese View-All-Page.
    Die View-All-Page sollte natürlich auch wieder eine halbwegs brauchbare Performance bieten, falls doch ein User drauf kommt.
  • Die zweite Möglichkeit ist das Pagination Markup mit rel=“next“ und rel=“prev“. Damit „markiert“ Ihr die zusammengehörenden Seiten und Google kann sie damit als ein großes Ganzes betrachten.

Füge nur kanonische URLs in die Sitemap ein!

Diese Regel missachten leider zu viele SEO immer noch. Wenn man interne Seiten abwertet und diese per canonical-Tag auf andere URLs verweisen, so haben diese nichts in der Sitemap zu suchen. Durch einen Eintrag in der Sitemap tut man nämlich wieder so als wäre diese Seite eben doch wichtig und nervt Google letztlich mit DC, den der Bot crawlen soll.
Deswegen hilft es z.B. auch nichts, wenn man interne Links mit rel=“nofollow“ versieht und dann die Ziel-URL in der Sitemap angibt. Die Sitemap „gewinnt“ und schickt den Crawler auf die Seite.

Selbiges gilt für Seiten mit dem „noindex“-robots-Eintrag! Da kommen dann diese hässlichen SERP-Snippets zu Stande mit dem Hinweis „Aufgrund der robots.txt dieser Website ist keine Beschreibung für dieses Ergebnis verfügbar. Weitere Informationen„.

Mailes Fazit am Ende lautet: „the simpler you can keep it, the better

Robert Ossiander

Robert Ossiander ist seit 10 Jahren mit Leib und Seele SEO und betreut bei der One Advertising AG namhafte Kunden im Bereich SEO und Content-Marketing.

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