Google Quality Rater Guidelines – 2016

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Im Oktober ist eine aktualisierte Version der Google Quality Rater Guidelines & Handbook in Umlauf gelangt.
Wie schon bei der letzten Version (Update vom Juli 2014) hat Google einige Neuerungen in das Handbuch für seine Quality Rater aufgenommen.
Hier zum Download aktuell „noch“ verfügbar.
Da es recht mühsam ist, sich die 160 Seiten auf Englisch reinzuziehen, gibt es hier einen guten Überblick der wichtigsten Neuerungen.
Es lohnt sich!

UPDATE: Mittlerweile hat Google die neue Version der Google Quality Rater Guidelines im Webmaster Central Blog selbst bestätigt.

Wichtige Neuerungen in den Google Quality Rater Guidelines

In der letztjährigen Version legte Google einen Schwerpunkt auf  „Expertise, Authoritativeness and Trustworthiness“, das sogenannte E-A-T-Bewertungs-Modell.
Dieser Ansatz spielt auch in der aktuellen Version nach wie vor eine wichtige Rolle, aber nun wird ein zusätzlicher wichtiger Schwerpunkt gesetzt. Es dürfte kaum jemanden überraschen: Es geht um den Bereich „mobile Search“.
Ein Thema, das Google in den letzten Jahren selbst massiv gepusht hat, weil absehbar war, dass die Anzahl der mobilen Suchanfragen die der Desktop-Suche bald übersteigen würden.

Der Schwerpunkt „mobile“ zeigt sich nun auch in der Art und Weise, wie jetzt getestet werden soll. Google setzt seine Tester daher nicht mehr nur an Desktop-Rechner, sondern lässt konsequenterweise auch von mobilen Geräten aus Tests durchführen. Daher führt nun kein Weg mehr an einer Seite vorbei, die absolut „mobile friendly“ ist. Wer hier pennt, riskiert massive Rankingverluste in der organischen Suche!
(Hier geht’s direkt zum Testing-Tool von Google)

Unabhängig vom „mobile friendly“-Label (und dem damit verbundenen Ranking-Boost) ist es jetzt einfach Pflicht, dass der menschliche User auf der mobilen Version einer Webseite korrekt abgeholt wird und eine Lösung zu seinem Problem findet.
Hierzu passend führt Google eine neue Bewertungslogik ein, mit denen Seiten von „nützlich“ bis „nutzlos“ eingestuft werden sollen.
Seiten die nicht „mobile friendly“ sind, sind nun pauschal als „nutzlos“ einzustufen. Spätestens hier sollte es einigen in den Ohren klingeln!
Aber mehr dazu weiter unten.

Die Logik hinter den „Featured Snippets“ und den „Knowledge Cards“, die Google seit einiger Zeit in die SERPS einfügt, wird mit dem neuen Dokument der Guidelines auch ein wenig klarer.

Rückblick auf das letzte Update der Guidelines

Das „E-A-T“- Prinzip

Seit letztem Jahr hält Google seine Quality Rater dazu an, Webseiten gezielt nach den drei Bausteinen zu bewerten: Expertise, Authoritativeness and Trustworthiness (=“E-A-T“).
Die Prüfer sollen bewerten:

  • wie kompetent und tiefschürfend die Webseite ein Thema (oder Suchwort) bedient (Expertise)
  • ob die Webseite eine Autorität auf ihrem Gebiet darstellt (Authoritativeness)
  • wie vertrauenswürdig die Webseite und deren Inhalte sind. (Trustworthiness)

Streng genommen war das nicht wirklich etwas Neues. Für Googles Bewertung „gute Seite oder schlechte Seite“ gilt schon länger der Maßstab, dass es nicht reicht, einfach nur qualitativ hochwertigen Content bereitzustellen. Der Content sollte von Experten ihres Fachs geschrieben sein und eine gewisse thematische Tiefe aufweisen. Genauso liegt es auf der Hand, dass eine Webseite die Schindluder betreibt und sich kein Vertrauen beim User aufbaut, auch bei Google nicht hoch angesehen wird.

Wer mehr über den Ansatz „E-A-T“ erfahren will, dem empfehle ich diesen Artikel von Jeniffer Slegg.

„Your Money, Your Life“

Für einen ganz bestimmten Typus von Webseiten fügte Google letztes Jahr die Kategorisierung der “Your Money, Your Life”-Pages (kurz: YMYL-Pages) in seine Guidelines ein. Hierbei handelt es sich um Webseiten, die eine Auswirkung auf die Zukunft des Users haben können. Dabei geht es z.B. um finanzielle oder gesundheitliche Folgen, die sich aus der „Nutzung“ des Angebots ergeben.

Google sagt dazu konkret:

“There are some pages for which PQ is particularly important. We call these pages Your Money or Your Life (YMYL) pages. They are pages that can have an impact on your current or future well being (physical, financial, safety, etc.). YMYL pages should come from reputable websites and the content should be created with a high level of expertise and authority.”

Die Quality Rater sind also dazu angehalten, Seiten, die z.B. mit Geld-Transfer, Bankdaten oder Krankenakten zu tun haben, besonders scharf nach Expertise und Autorität zu überprüfen.

Die neuen „Mobile Quality Guidelines“

Wie bereits angemerkt ist das Thema „mobile“ ganz neu in die  Googles Quality Rater Guidelines eingezogen.
Es fällt auf, dass die meisten Screenshots von Suchergebnis-Beispielen im neuen Handbuch mobile Suchergebnisse zeigen. Das untermauert erneut den gewichtigen Fokus des Themas „mobile Suche“.

Mobile Geräte und mögliche Probleme beim Zugriff auf Webseiten

In dem neuen Kapitel „mobile“ beschreibt Google mehrere Aspekte, die zu Problemen oder schlechter User-Experience führen können, wenn von einem mobilen Device auf eine Webseite zugegriffen wird. Teilweise decken sich diese Kriterien mit denen, die viele sicher bereits aus dem Mobile-Testing-Tool von Google kennen. Folgende Themen werden genannt:

  • Eingabe von Daten ist mühsam
    Auch wenn die meisten Browser eine Auto-Complete-Funktion für Formularfeld-Eingaben anbieten, etliche Webseiten bieten hier noch eine schlechte Usability
  • Kleine Bildschirm-Größen sind suboptimal
    Selbst, wenn Webseiten theoretisch „mobile friendly“ sind (z.B. im Responsive Design erstellt), kann es sein, dass sie auf kleineren Screens nicht wirklich gut funktionieren. Wer hier Versäumnisse eingeht, kann also später vom Quality Rater „abgewertet“ werden. Daher immer möglichst viele Devices und Auflösungen testen!
  • Manche Webseiten sind auf dem Smartphone schwer bedienbar
    Google nennt hier einige Fallstricke, die dazu führen, dass Webseiten auf Handys schlecht bedienbar sind. Beispiele sind hier z.B.:

    • horizontales Scrolling
    • zu kleine Menüs und Navigationselemente
    • Bilder, die nicht für die mobile Darstellung angepasst wurden oder z.B.
    • Flash-Elemente, die auf mobilen Geräten nicht angezeigt werden können
  • Internet-Verfügbarkeit ist langsam und inkonsistent
    Auch wenn das Thema „Page Speed“ laut Google aktuell noch nicht im „mobile friendly“-Algorithmus zum Tragen kommt, (irgendwann wird es sicher der Fall sein) lässt Google seine Qualitätsprüfer bereits ein starkes Augenmerk auf die „Performance“ der mobilen Webseite legen. Denn langsame Server, Netzwerk-Switches oder Ähnliches führen zu einer schlechte Seitenladezeit und damit zu einem negativen Erlebnis für den User.

Googles Ansatz lautet:

„smartphones should make tasks easy, not problematic“

Mobile & Android

Während „normale User“ über viele verschiedene Geräte und Betriebssystem mobile surfen, verlangt Google von seinen Quality Ratern, dass sie den Aufruf der zu prüfenden Seite immer über ein Android-Gerät ausführen oder dieses notfalls simulieren.

Jeder, der seine Webseite bisher nur über ein iOS-Gerät oder ein Windows-Phone aufgerufen hat, sollte sich nun also unbedingt mal ein Android-Gerät zulegen oder seine Seite mit Hilfe eines Emulators testen. Die meisten Systeme arbeiten meist sehr identisch, aber es wäre ärgerlich wenn der Aufruf per Android zu Problemen führt, welche durch die Quality Rater negativ bewertet werden.

Know Queries & Know Simple Queries

Eine weitere Neuerung in den Guidelines ist die Einführung der Unterscheidung zwischen „Know Queries“ und „Know Simple Queries“. Es wird also nun auch betrachtet, wie und ob eine Seite zu bestimmten Suchanfragen-Typen passt.

Know Simple Queries (… oder auch Long-Tail-Queries)

„Know Simple Queries“ sind Suchanfragen, die eher dazu führen, dass Google ein „Featured Snippet“ oder andere Varianten der „Knowledge Box“ einblendet.
Es geht hier um sehr konkrete, spezifische Suchanfragen, auf die eine sehr konkrete Antwort erwartet wird. Also den uns bekannten „Long Tail“.

Ein Beispiel dafür wäre „Wie groß ist Boris Becker?“
Hier blendet Google eine eigene Box mit der gewünschten Antwort ein. (Siehe Screenshot)

Google-Suche "wie groß ist Boris Becker"
Google-Suche „wie groß ist Boris Becker“

Google gibt hier aber den Hinweis, dass diese Art Suchanfrage nicht zwingend eine Frage beinhalten muss. Das ausgespielte Suchergebnis für „Wie groß ist Boris Becker?“ ist daher das gleiche wie für „Boris Beckers Größe“.
An dieser Stelle komme ich wieder ins Grübeln, wie sinnig es ist „Fragen“ nur mit einem reinem W-Fragen-Tool zu recherchieren. Man gibt doch oft tatsächlich gar kein Fragewort ein, wenn man bei Google eine Antwort sucht.

Know Simple Queries sind also Suchanfragen, die…

  • entweder mit einer kurzen Auflistung oder mit ein bis zwei Sätzen zu beantworten sind und
  • zu einem angepassten „featured Snippet“ auf der Suchergebnisseite führen.

Know Queries

Die „Know Queries“ sind quasi das Gegenstück zu den „Know Simple Queries“. Diese sind nicht so einfach in ein oder zwei Sätzen zu beantworten. Entweder ist für die Beantwortung eine detailliertere Antwort nötig, oder die Frage ist so breit gehalten, dass viele Antworten potentiell in Frage kommen.

Ein Beispiel wäre hierfür die einfache Suche nach „Boris Becker“. Im Gegensatz zur oben genannten Suche nach seiner Körpergröße ist hier nun nicht klar, welche konkrete Information zu Herrn Becker eigentlich gesucht wird. Google liefert daher eine Mischung aus organischen Treffern, News-Themen und rechts daneben die herkömmliche „Knowledge-Graph“-Box mit allen möglichen Infos. (Siehe Screenshot)

Google-Suche Boris Becker
Google-Suche Boris Becker

Der Einfluss der mobilen Suche auf die Kategorisierung der Query

Google weist darauf hin, dass die mobile Nutzung einen Einfluss darauf hat, ob eine Suche als „Know Querie“ oder als „Know Simple Querie“ eingestuft wird.

Sucht z.B. jemand nach „Wetter“ auf seinem Handy, so wäre das in diesem Fall eine „Know Simple Query“, weil unterstellt wird, dass der User die Wetterinformation zu seinem aktuellen Standort haben will. Möchte der User aber das Wetter einer anderen Location abrufen, so unterstellt Google, dass der jeweilige Ort vom User ergänzt werden würde. Also die Suche würde dann z.B. „Wetter München“ lauten.

Do und Device Action Queries

Des Weiteren spricht Google in seinem neuen Handbuch für Quality Rater auch über sogenannte „do and device action queries“. Hierbei geht es um Suchanfragen, bei denen jemand auf der Zielseite etwas „tun“ will, also z.B. einkaufen, downloaden, interagieren oder etwas erhalten.

Es sind damit laut Google aber auch Anfragen gemeint, von denen wir erwarten, dass unsere Handys etwas Bestimmtes tun. Da geht es dann eher um Sprachsteuerungen wie „Rufe Boris Becker an“, „Öffne die Kicktipp App “ oder „Erstelle Termin für Christian“.

Auch wenn mir hier noch nicht ganz einleuchtet, was z.B. das Öffnen einer App mit einer Google-Suche zu tun hat, so sei es der Vollständigkeit halber wenigstens erwähnt. 😉

Local Search

Explicit Locations

Ein weiteres neues Konzept, das Google hinzugefügt hat, sind die „Explicit Locations“. Google spricht davon, wenn ein „Local Searcher“ eine lokale Suchanfrage ausführt, welche die Location in der Query hat. Also z.B. „Fliesenleger Ottobrunn“. Bei der Suche nach „Fliesenleger“ wäre nicht klar, ob Ergebnisse für den aktuellen Standort oder einen anderen Ort gesucht werden. Daher wäre diese Suche nicht „explicit“. Egal, ob ich nun tatsächlich in Ottobrunn stehe oder nicht, die Suchanfrage „Fliesenleger Ottobrunn“ ist absolut eindeutig „lokalisiert“.

Das Konzept der „Explicit Locations“ taucht bereits 2012 in einem Google-Patent zur „Lokalisierung von Suchanfragen“ auf. Bill Slawski hat sich hiermit ausführlicher befasst. Hier Lesen!

Local Queries und User Locations

Das Thema „Local“ wird in dieser Ausgabe der Quality Rater Guidelines auffallend stark betont. Die Quality Rater sind dazu aufgerufen, den „Local Intent“ zu beachten, wenn sie Suchen bewerten, die lokal ausgerichtet sein könnten. Also Suchen, die zur Einblendung eines „Local 3-Packs“ führen. Diese Queries werden dann von Google konsequent als „Local Queries“ klassifiziert. Da Google hier aber noch nicht den heiligen Gral gefunden hat, weisen sie daraufhin, dass Suchanfragen nicht zwingend eine spezifische Location beinhalten müssen, um eine „Local Query“ zu sein.
Als Beispiel: Wenn jemand „China Restaurant“ sucht, dann ist davon auszugehen, dass Restaurants in der näheren Umgebung gesucht werden und nicht solche, die hunderte Kilometer entfernt sind. Bei meinen Tests erhielt ich für diese Suche aber kein „Local 3-Pack“.

Jedoch können manche Suchanfragen sowohl „local“ als auch „non-local“ sein. Wenn jemand z.B. nach einer Marke wie „Esprit“ sucht, dann ist nicht klar, ob er den nächst gelegen Shop sucht oder auf den Marken-Onlineshop möchte um dort zu bestellen. Dabei tut sich Google sehr schwer.

Und dann gibt es noch Suchen, die davon abhängig sind, von wo aus die Suche abgesetzt wird.

Als Beispiel: Sucht jemand in München nach „Schinder“, dann geht Google davon aus, dass der in Bayern bekannte Wander-Berg gemeint ist und liefert entsprechende Informationen, z.B. diverse Aufstiegsrouten. In Hamburg, Köln oder Berlin liefert Google eher Ergebnisse von Wikipedia und dem Duden zur Begriffserklärung des „Schinders“.

Googles Quality Rater bekommen bei der Bewertung der Ergebnisse übrigens mitgeteilt, von wo aus die Suchergebnisse „getriggered“ wurden. Sie haben also die Info, welche „lokale Absicht“ hinter dem Ergebnis steht.

Die Unterscheidungsorgie bei den verschiedenen Suchanfragen-Typen ist damit aber noch nicht beendet.
Google nennt folgende weitere Kategorisierungen:

  • Local Results and Nearby
    Spezielle lokale Suchthemen, bei denen der User grundsätzlich gewillt ist auch einen etwas weiteren Weg in Kauf zu nehmen. Also z.B. besonders gute Restaurants, große Schwimmbäder, bestimmte Ärzte, Schönheitskliniken usw.
  • Multiple User Intent Queries
    Suchanfragen mit multiplen Intentionen, wo das genaue Suchbedürfnis schwer zu ermitteln ist. Google nennt hier als Beispiel „Harvard“. Geht es um die Uni, den Ort, die Webseite oder ähnliches?

Definitionen von „Result Blocks“

Um die User-Experience auf mobilen Geräten zu verbessern, „spielt“ Google mit drei Typen von Suchergebnis-Darstellungen, die Google wie folgt benennt und begründet:

  • Web Search Result Blocks
    Web Searchs Result Blocks sind „card-like“ Suchergebnisse, die einfach nur die organischen Ergebnisse ohne „Schnickschnack“ ausliefern. Diese hat Google als besonders nutzerfreundlich im mobilen Kontext identifiziert.
  • Special Content Result Blocks
    Special Content Result Blocks beschreiben die SERPs, welche durch Featured Snippets und Knowledge-Boxen angereichert werden. Also z.B. Wetter-Boxen, Sport-Spielstände, YouTube-Videos, Film-Carousels usw. Diese kommen hauptsächlich bei den Know Simple Queries zum Einsatz und sollen dem mobilen User helfen, direkt und unmittelbar an die gewünschte Information zu kommen.
  • Device Action Result Blocks
    Hier verschmelzen die mobile Suche, das mobile Betriebssystem und seine Apps ineinander. Hier geht es um Ergebnisse, welche den User dazu aufrufen entweder eine App zu öffnen oder eine gewisse Aktion am Gerät auszulösen, wie einen Alarm zu aktivieren, einen Anruf zu tätigen oder einen Text zu senden. Quality Rater müssen nun auch tatsächlich solche Arten von „Queries“ ausführen und bewerten.

Needs Met Rating Guideline

Was bedeutet „Needs Met“?

Das „Needs Met Rating“ (= „Bedürfnis-Befriedigungs-Rating“) ist ebenfalls ein neues Element in den Guidelines. Vereinfacht gesagt setzt es auf der Perspektive des Pandas auf. Die inhaltliche Qualität einer Seite spielt auch hier eine große Rolle. Die Quality Rater sollen aber vor allem aus der Sicht eines mobilen Suchenden bewerten, wie nützlich und zufriedenstellend die Suchergebnisse sind.
Hierzu passend das Zitat von Gary Illyes:

„Site owners need to look at their site from the perspective of “how many visitors have I helped today?” and not just “how many visitors did I get.”

Es geht also wirklich konkret darum: Wie gut wird mit mir meinem Anliegen auf dieser Seite geholfen?

Auch hier werden ausschließlich Tests per Android-OS gefahren.

Fully Meets

„Fully Meets“ ist das höchste Level, das eine Webseite im „Needs Met Rating“ bekommen kann. Dieses Rating sollen die Prüfer nur vergeben, wenn das Suchergebnis die vollständige und perfekte Antwort auf die Suchanfrage liefert.

Fully Meet und App Results

Google zeigt hierfür als Beispiel Suchergebnisse mit App-Einbindungen. Also kann man theoretisch auch mit einer App beim Quality Rater punkten. Ein weiteres Argument für eine eigene App!

Fully Meets und Local Results

Auch Suchergebnisse mit den bekannten lokalen Features wie dem „Local 3-Pack“ können einen „Fully Meet“ erhalten.

Weitere Abstufungen und Kategorien des „Needs Met Ratings“

  • Highly Meets Results
    Entspricht einem „good fit“, aber liefert nicht die vollständige Antwort.
  • Highly Meets & Disambiguation
    Hier nennt Google Suchen, die mehrere Bedeutungen haben können. Ein Klassiker ist hier das Beispiel „Apple“.
  • Product Pages & Highly Meets
    Auch wenn gerne diskutiert wird, wie wertvoll Produkt-Seiten in den Suchergebnissen sind, so definiert Google, dass auch diese „highly meets“ erreichen können.
  • Moderately Meets
    Hier geht’s um Ergebnisse, die „helpful for many users or very helpful for some users” sein können.
  • Slightly Meets
    Das betrifft Suchtreffer, die einer geringen Qualität entsprechen. Gemeint sind damit auch veraltete Inhalte und solche, die verwahrlost wirken oder zu allgemein gehalten sind.
  • Fails to Meets
    Das geringste Rating, das eine Seite bekommen kann.

WICHTIG FÜR ALLLE WEBMASTER UND SEOS: Google schreibt vor:

Alle Seiten, die nicht „mobile friendly“ sind, sind grundsätzlich als „Fails to Meet“ einzustufen!

Abhängigkeiten von der Suchanfrage im Needs Met Rating

Google erwähnt in diesem Zusammenhang, dass Suchergebnisse mit spezifischen Suchanfragen (Know Simple Queries) im „Needs Met Rating“ natürlich leichter zu bewerten sind. Das kann im Umkehrschluss dazu führen, dass eigentlich exzellente Seiten in diesem Ranking manchmal schlechter abschneiden können, weil die zu bewertende Suchanfrage zu allgemein war.

Featured Snippets, Special Content Boxes & Needs Met

Von Google angepasste und mit speziellen Content-Boxen angereicherte Suchergebnisse sollen von den Ratern nicht als „gesetzt“ angesehen werden. Auch hier kann es sein, dass Google nach wie vor schlechte Antworten liefert, identische Ergebnisse angezeigt werden oder die gesuchte Antwort nicht gegeben wird.

Dated Content & Needs Met

Ergebnisse die nicht mehr „up to date“ sind, sollten in Googles Augen maximal als „Moderately Meets“ eingestuft werden. Ergebnisse, die als „überholt“ (outdated) einzustufen sind, sollten als Slightly Meets eingestuft werden. Das betrifft vor allem News-Webseiten. Diese sind besonders gefordert stets aktuelle Infos bereitzustellen, um ein hohes Ranking zu rechtfertigen. Niemand will bei einer Suche nach „Boris Becker“ als erstes von seiner Scheidung von vor 15 Jahren lesen. Bei bestimmten Recherche-Suchanfragen kann diese Information allerdings wieder relevant sein.
Von daher muss eine „alte“ Landingpage nicht in jeder Hinsicht und grundsätzlich nur niedrige „Needs Met Ratings“ einfahren. Auf der anderen Seite können recht „junge“ Ergebnisse trotzdem schlecht abschneiden, wenn es sich um sehr kurzfristige Inhalten handelt. Wie z.B. die Streckensperrung der S-Bahn von gestern. Die interessiert heute so gut wie niemanden mehr. Es hängt eben von der Suchanfrage ab. Und damit scheint sich Google aktuell nochmal stärker zu beschäftigen.

Changing Dates

Google weist seine Quality Rater zudem darauf hin, dass sie sich nicht zwingend auf die Datums-Angaben auf der Webseite verlassen sollen. Schließlich spielen Webmaster und vor allem SEOs hier ja gerne herum und „verjüngen“ ihre Seiten künstlich. Es kann auch Webseiten geben, die ein sehr altes „Published“-Datum ausweisen, aber immer wieder aktualisiert werden.
Deswegen schlägt Google seinen Prüfern vor, die Wayback Machine (http://archive.org/web/) zu nutzen, um das Alter einer Seite oder eines Contents zu prüfen.

Unterscheidung Needs Met & E-A-T

„Needs Met Ratings“ basieren ausschließlich auf bestimmten Suchanfragen, den dazu ausgelieferten Suchergebnis-Seiten und der Qualität der Suchergebnisse. Einfach gesagt geht es darum, ob auf der angeklickten Seite dann auch die Frage entsprechend gut beantwortet wird.

„E-A-T“ auf der anderen Seite bezieht sich überhaupt nicht auf Suchanfragen. Hier wird die Webseite an sich bewertet. Über welche Suche der User auf die Webseite gelangt, ist in dieser Betrachtung völlig irrelevant.

Aus diesem Grund kann eine Webseite beispielsweise ein „Not Fully Meets Rating“ bekommen, aber bei der „E-A-T“-Bewertung dennoch hervorragend abschließen. Googles Mantra „useless is useless“ bezieht sich hier auf die Betrachtung einer bestimmten Suchanfrage.

Allerdings kann laut Google eine Seite kein hohes „Needs Met Rating“ bekommen, wenn der „E-A-T“-Wert gering ist oder andere Gründe dagegen sprechen. Diese können sein, dass auf der Seite z.B. keine Kontakt-Infos zu finden sind, keine Information über die Autoren gegeben werden oder die Seite eine „heavy monetization“ aufweist, die vom eigentlich Content ablenkt. Also z.B. fürchterlich viele Banner im Einsatz sind.

Das „E-A-T“-Ranking ist quasi das Fundament für gute Rankings, aber eben keine Garantie. Durch den neuen Ansatz, Suchergebnisse nach Suchanfrage-Typen zu bewerten, kann eine große, bekannte und vertrauenswürdige Seite auch mal eine negative Bewertung einfahren. Man will schinebar weg von dem Eindruck: „Die Großen ranken für alles gleich gut“.

Weitere Take-aways aus den neuen Google-Guidelines

PDFs

PDFs sollten unbedingt auch mobile optimiert sein. Die Quality Rater sind ebenfalls angehalten PDFs hinsichtlich „mobile-friendlyness“ zu bewerten, wenn diese in Suchergebnissen ausgegeben werden.

Porn Ads

Google geht nun noch schärfer gegen Porn-Ads vor. Selbst, wenn eine Seite „Non-Porn“-Inhalte enthält und z.B. nur über ein Werbe-Netzwerk Werbung für pornografische Inhalte ausspielt, wird sie automatisch als „Low Quality“ eingestuft. Google bewertet diese Seiten als „very distracting“. Die Quality Rater sollen in diesen Fällen die Seite mehrmals neu laden, um einen eventuellen Ausrutscher des Ad-Lieferanten auszuschließen.

Sneaky Redirects & Affiliate Links

Auch wenn es nicht wirklich neu ist: Google bewertet Weiterleitungen über Affiliate-Links weiterhin als „sneaky redirects“. Laut der Guidelines sind Seiten mit solchen Links als sehr minderwertig einzustufen.

Die konkrete Aussage:

„clicking the same URL several times takes you to different landing pages on a rotating set of domains and redirected to well-known merchant websites, such as Amazon, eBay, Zappos, etc to complete a transaction.”

Heavy Monetization

Gegen zu auffällige und starke Monetarisierung einer Webseite geht Google ja schon länger vor (z.B. Page Layout Algo Update). Google weißt seine Rater extra nochmal darauf hin, dass Seiten als minderwertig einzustufen sind, die es mit der Werbung etwas übertreiben. Werbung soll nicht vom eigentlichen Inhalt ablenken oder z.B. so wirken, als würde sie zum Content gehören. Hier spricht Google sonst von „trügerischen“ Inhalten.

Coupon Sites / Gutschein-Portale

Gutschein-Seiten findet Google überraschenderweise „very popular“. Sie dürfen/können im „Needs Met Ranking“ hoch eingestuft werden!

Aggregate Data

Aggregatoren findet Google natürlich noch immer nicht wertvoll. In Googles Augen ist es sinnvoller auf seiner Landingpage ein einziges gutes Kuchenrezept anzubieten, als auf 25 verschiedene Rezepte-Webseiten zu verlinken.

Weitere Artikel zu den Google Quality Rater Guidelines

Hier noch eine kleine Auswahl an guten (teils älteren) Posts zu Googles Quality Rater Guidelines:

Ich freue mich auf Eure Kommentare und Diskussionen. Gerne auch über twitter an @rossiander_seo

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Robert Ossiander

Robert Ossiander ist seit 10 Jahren mit Leib und Seele SEO und betreut bei der One Advertising AG namhafte Kunden im Bereich SEO und Content-Marketing.

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