Traffic als Qualitätsindikator: Wie geht’s weiter mit der Link-Auswertung?

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Bastian Grimm erklärt in seinem Friday Commentary: Traffic as Quality Indicator: What’s next in Link Evaluation? wie es trotz der angespannten Lage (die ersten deutschen Linknetzwerke sind aufgeflogen und große Brands sind auch schon aufgrund von schlechten Linkbuilding merkenswert abgestraft worden) beim Thema Linkbuilding weitergeht. Das Links aktuell und in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen (auch wenn die Bedeutung zurück gegangen ist) wird hier nicht in Frage gestellt. Es geht eher darum das sich die Qualität und die Auswertung der Links geändert hat.

Mögliche Datenquellen zur Trafficmessungen

Jeder will Traffic und somit auch Google. Seiten die häufiger besucht werden, scheinen auch wichtiger sein.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Traffic zu messen oder diese Daten zu generieren.

Folgende Möglichkeiten könnte Google nutzen, um an wichtige Daten zu gelangen. Der Vorteil hierbei ist, das Google die Daten quasi aus erster Hand bekommt und nicht von anderen “Anbietern” abhängig ist (mehr hier).

1. Der Google Chrome-Browser

Die Nutzungsrate vom Chrome-Browser liegt bei 30% wenn nicht sogar höher. Mit Chrome lässt sich sehr einfach ablesen, welche Webseiten besucht und welche Links angeklickt werden und welche eben auch nicht. Es werden noch eine Menge anderer Daten übertragen welche Google nutzen könnte (mehr hier).

2. Die Google-Toolbar

Wer die Google-Toolbar nutzt, liefert auch Traffic Daten wie z.B. Bounce-Rate und andere Signale (mehr hier). Allein durch diese beiden Informationsquellen (Browser und Toolbar) erhält Google ein klares Nutzerbild vom Internet-User-Verhalten. Viele von den angebotenen Google Diensten sind ja auch noch für den Nutzer kostenlos und verleiten damit zur sorglosen Anwendung.

3. Werbung

Es gibt eine große Vielzahl an Werbemöglchikeiten, die Google anbietet, bei denen Tracking Codes eingebettet werden. Diese sind gemäss builtwith.com: Doubleclick: 18,9%, AdSense: 13,5%, Google Publisher-Tag: 1,7%, Google Remarketing: 2,2% und AdSense Search: 2,2%

3. Web Analytics

Google Analytics ist derzeit auf 48% der Top 1 Millionen Webseiten installiert.

4. Widgets

Eine andere Möglichkeit von Tracking Codes könnte auf Widgets basieren.
Google+ Widget: 5,6%, Google+ Button: 3,4% und Google Custom Search: 2,1% und über Google Maps mit einem großen Anteil von 69%!

5. Google und Starbucks

Google hat angekündigt, das freie Starbucks WI-FI zu unterstützen und so die Möglichkeit zu haben, den Traffic von öffentlichen Plätzen auf der ganzen Welt zu tracken. Nach informationen von engadget.com wird Google auch eine neue App für Android und iOS anbieten, die sich automatisch in diesen Netzwerke einloggt!

6. Google Fiber

Google sagt: „Google Fiber: eine andere Art von Internet und TV: Google Fiber startet mit einer 100 Mal schnelleren Verbindung, als der heutigen Durchschnitts-Breitbandgeschwindigkeit. Sofort-Downloads, kristallklare HD-TV Qualität… und unendlich vielen Möglichkeiten – und so wird Google auch noch zu einem Interet Service Provider (ISP).
Google braucht so noch nicht einmal die Daten eines Browsers, um die Benutzerbewegungen zu verfolgen!

7. Google Data Compression Proxy

Haben Sie schon einmal von dem Chrome Proxy für die Datenkompression gehört?

Grundsätzlich sendet Ihnen Google eine Nachricht, wenn Sie Chrome auf Ihrem Handy verwenden, mit der Frage, ob Google die Erlaubnis hat, Ihre Nutzererfahrung zu verbessern, indem mobiles Surfen schneller wird und Ihnen somit hilft Bandbreite zu sparen?

In einem Interview mit dem Google Mitarbeiter llya Grigorik über das Thema RepublicWireless, sagt Grigorik: „Wie der Name schon sagt, ist Chrome Data Compression eine Chrome-Funktion, die nur für Android- und iOS-Plattformen verfügbar ist. Wenn diese aktiviert ist, es sei denn die Anfrage wird von einem Inkognito-Fenster oder von einer HTTPS-Website gesendet, routet die Anfrage zum Compression Proxy, der dann die Inhalte abgreift, optimiert und diese an das Nutzer-Endgerät zurückgibt.“

Google ist also in der Lage, jede einzelne Anfrage, auf Ihrem mobilen Gerät zu sehen, mit Ausnahme von bzw. zu SSL-basierten Websites (bis jetzt)!

Und es gibt natürlich noch mehr: Google Apps (diese „könnten“ Google das Tracking von Smartphones ermöglichen und somit bei der Ermittlung von Dingen wie „echte Benutzer“ helfen), Googles neueste Firmenübernahmen im Feld der Robotik (Roboter, die Wi-Fi zur Verfügung stellen, waaaas?) oder auch Google Loon,  „Googles Ansatz für Ballon-beriebenes Internet für alle“.

Zusammengefasst wird klar, dass Google ganz genau weiß, wie wir uns im Internet bewegen, welche Webseiten besucht werden, wann wir welche Links anklicken und welche eben auch nicht. Daraus ergeben sich eine Menge Daten. Dabei geht es nicht um das Verhalten einzelner, sondern um die Erkennung von Mustern.

 

Foto: © Foto-Ruhrgebiet – Fotolia.com

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