Verlieren Links ihre Bedeutung in Googles Algorithmus?

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Verlieren Links wirklich ihren Stellenwert oder nicht?

Auch wenn das Video von Rand Fishkin nun fast 2 Wochen online ist, möchte ich Euch nochmal drauf aufmerksam machen, weil sich Rand hier 2-3 ganze coole Gedanken macht, über die man mal nachdenken kann.
Rand Fishkin beleuchtet in seinem Video zum Whiteboard-Friday vom 28 Februar beide Sichtweisen („Links gewinnen an Wert“ vs. „Links verlieren an Bedeutung“) und gibt Ratschläge wie man nun agieren sollte.

Moz-Webmaster-Friday-28-02-2014
Grafik: moz.com

Die Bedeutung der Links steigt sogar!“

Diese These untermauert Rand mit 3 Kern-Argumenten, die doch recht einleuchtend sind:

1. Viele nutzlose Links wurden abgewertet / abgebaut

Im Zuge der ganzen manuellen Abstrafungen und Linkentwertungen (z.B. durch Penguin) sind viele Links aus der Bewertung heraus gefallen. Das heißt der Anteil der Links, der übrig bleibt sollte eigentlich eigentlich „sauber“ und „wertvoll“ für den Algo sein. Rand meint also, dass die verbliebenen Links von höhrer Güte sind und es daher  gut vorstellbar ist, dass diese Links eine gewichtigere Rolle bei der Ranking-Ermittlung spielen.
Die Frage ist halt ob der Link-Spam schon so weit beseitigt ist, dass man den Links mehr Gewicht geben kann. Ich hab da heute noch so meine Zweifel. Aber der Gedanke ist nicht verkehrt!

2. Nofollow und die Angst vor externer Verlinkung

Rand beschreibt den Fakt, dass es grundsätzlich immer schwieriger wird sich echte, natürliche „editorial links“ zu „verdienen“, die dann auch noch Pagerank vererben.
Viele Webseitenbetreiber setzen externe Links nur noch auf nofollow oder haben generell Angst davor Links nach draußen zu setzen, weil ja genug Gruselgeschichten kursieren, dass man am Ende dafür bestraft werden kann. Ziel von Google kann das nicht sein, dann mal ganz nüchtern betrachtet gibt es so keine deutlich erkennbare Link-Empfehlung mehr. Links werden per nofollow-Attribut quasi entwertet wie wenn man sagen würde: „hier ist zwar der Link, aber ich rate Dir nicht ihm zu folgen.  Und was ist eine Seite wert, die mir nur Links anbietet, die schlecht sind? … komische Situation irgendwie!

3. Social Sharings

Rand beschreibt hier, dass die brutale Zunahme bzw. auch die immer stärkere Gewohnheit gute Inhalte über soziale Kanäle wie Facebook, Twitter und Google+ zu teilen dazu führt, dass immer weniger Links gesetzt werden.
Vor der Erfindung von Facebook und Co musste der Blogger einen Post schreiben und einen Link setzen. Oder man hat sich in ein zum Thema passendes Forum eingeloggt und dort den Link mit Gleichgesinnten geteilt. Das fällt laut Rand heute in großem Umfang weg. Daher die These, dass die noch verbleibenden Links im Ansehen des Google Algorithmus eigentlich steigen müssten.

Links sind ein schwächer werdendes Ranking-Signal!“

Diese Sichtweise beleuchtet Rand Fishkin ganz simpel mit einem Tortendiagramm (siehe Bild oben) für die Gesamtheit  und der einfachen Logik, dass immer mehr Rankingsignale dazu kommen (Google+, User-Daten etc.) und somit der Anteil der Links am „Gesamt-Kuchen“ weniger wird. Aus vorher 3 „Stücken“ Anteil an der Torte sind jetzt vielleicht nur noch 2 Stücke geworden.
Diese Betrachtung klingt zwar irgendwie logisch, aber kann auch gewaltig daneben gehen. Denn warum muss der Einfluss der Links zwangsläufig zurück gegangen sein? Es können ja auch einige der anderne Signale an Wert verloren haben. Und wir wissen ja alle, dass es davon ca. 200 Stück gibt.
Von daher kann ich dieser Logik nur bedingt folgen.

Was sollte ein SEO nun tun?

Die ideale Taktik

Rand rät dass wir in Marketing-Maßnahmen und Kanäle investieren, die in mehrfacher Hinsicht Mehrwert schaffen UND zusätzlich (aber nicht als Kernziel) natürliche Links einbringen.
Er meint damit Maßnahmen die z.B.:

  • dem Branding dienen,
  • für direct Traffic sorgen,
  • die soziale Vernetzung stärken (Follower und Fans generieren),
  • dazu dienen den Newsletter-Verteiler zu vergrößeren,
  • den Einfluss und die Meinungsführerschaft in meiner Branche erweitern
  • und ähnliche Dinge dieser Art…

Man könnte es auch mit CONTENT MARKETING zusammen fassen.
Viele tun es bereits, aber viele SEO´s leider zu arg fokussiert auf den „Link-Ertrag“. Dadurch leidet die Qualität in meinen Augen stark. Bleibt der Fokus aber auf den Adressaten, dem User bzw. potentiellen Kunden gerichtet, so ist die Chance groß echte und überraschende „Mehrwerte“ zu schaffen, die ganz freiwillig verlinkt und geshared werden.

Eine ganz gute Taktik

Als eine gute, aber nicht ideale Taktik rät Rand sich weniger darauf zu konzentrieren alle möglichen Links zu bekommen, sondern die worauf es ankommt. Wenn schon so viele Links und Link-Typen abgewertet werden, dann sagen selbst die Skeptiker unter uns, dass es sich lohnt auf die wenigen kostbaren „editorial links“ zu konzentrieren. Schließlich wird es immer schwieriger sie zu bekommen.

… und was man gar nicht (mehr) machen sollte

Wer vor hat mit seinem Projekt langfristig gut zu ranken, der sollte davon absehen auf Teufel komm raus Links aufzubauen. Vor allem allem (wie Rand sie nennt) „non-editorial“ Links sollte man vergessen.
Also alle Links die nicht aufgrund der regelmäßig fortschreitenden Entwicklung einer Webseite im Zusammenhang mit den dort immer wieder neu veröffentlichten Inhalten aller Wahrscheinlichkeit nach immer wieder ausschließlich freiwillig gesetzt werdenkann man sich getrost schenken.
(dieses Zitat habe ich mir bei SEO-united.de auf dem Blogpost „Wie Google Links in Kategorien einteilt“ geliehen, da ich die recht passend finde.)

Fazit:

Auch wenn ich persönlich stark daran glaube, dass Google irgendwann nicht mehr auf Backlinks angewiesen ist um einen guten Index auszuliefern, so stimme ich in den Chor derer ein, die sagen dass Links mittelfristig noch wertvoller werden.
Es wird auf der einen Seite immer schwieriger wertige Follow-Links zu bekommen die Pagerank vererben, auf der anderen Seite wird Google immer besser in der Filtrierung von minderwertigen Links.
Daher müssen die Links die übrig bleiben einfach ein wertvolles Ranking-Kriterium für Google sein. BASTA! :-)

Robert Ossiander

Robert Ossiander ist seit 10 Jahren mit Leib und Seele SEO und betreut bei der One Advertising AG namhafte Kunden im Bereich SEO und Content-Marketing.

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